Konsumieren ist lernbar
Mehr als 300'000 Personen sind laut Schätzungen in der Schweiz alkoholabhängig oder abhängigkeitsgefährdet. Dieser Alkoholkonsum verursacht einen jährlichen Schaden von ungefähr 6,5 Milliarden CHF; pro Tag sind das etwa 17 Millionen CHF. Diese Kosten setzen sich zusammen aus dem Produktionsausfall infolge Krankheit, Unfall und Tod, aus Behandlungskosten und der Behebung von Sachschäden. Die Zahl der Menschen, die Alkoholkranken nahe stehen, wird auf eine Million geschätzt - darunter sind viele Partnerinnen von alkoholkranken Männern, von denen wiederum die Mehrzahl Co-Verhaltensweisen entwickelt. Fachleute gehen davon aus, dass Co-Abhängigkeit zusammen mit Suchterkrankungen das grösste sozialmedizinische Problem unserer Gesellschaft darstellt.
Suchtprävention will Sucht- und Co-Verhalten verhindern oder möglichst frühzeitig erkennen, um wirksame Massnahmen einzuleiten. Das ist nur möglich, wenn die Ressourcen und Abwehrkräfte der Einzelnen gestärkt, aber auch die strukturellen Bedingungen verbessert werden. Gemeint sind Umweltfaktoren, Gesetze, Lebens- und Arbeitsbedingungen. Diese Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig – genau so, wie das Individuum und die Umwelt/Gesellschaft aufeinander bezogen sind.
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